Das „Neujahrsbaby“ 2012 heißt Bezirk Murtal

von Chefredakteur Michael Heger

Lange wurde darüber gesprochen, viel diskutiert und sowohl Befürworter wie auch Gegner lieferten sich über viele Monate einen zum Teil heftigen Schlagabtausch. Vor allem die Aufteilung verschiedener Referate und Ressorts war meist der Anstoß für den einen oder anderen emotionalen Schlagabtausch. Grund dafür war die vonseiten des Landes geplante Fusionierung der beiden Bezirke Knittelfeld und Judenburg. Vor allem die beiden regionalen Abgeordneten NAbg. Werner Amon (ÖVP) und LAbg. Ing. Gerald Schmid (SPÖ) haben sich in den vergangenen Monaten gemeinsam um eine faire Lösung bzw. Aufteilung der einzelnen Referate bemüht. Die neue Bezirkshauptstadt heißt seit 1. Jänner 2012 Judenburg, doch auch Knittelfeld ist im Zuge dieser Bezirkszusammenlegung nicht, wie von vielen Skeptikern befürchtet, auf der Strecke geblieben.
Aber drehen wir doch das Rad der Zeit ein wenig zurück, denn dieses besagte Rad wurde in den vergangenen Monaten der Vorbereitungsphase zu diesem bedeutenden Schritt nicht ganz neu erfunden. Was seit  1. Jänner nun vollzogen ist, hat es nämlich alles schon einmal gegeben.
Buchacher-2448Im Jahr 1868 wurden in der Steiermark anstatt der bis dahin bestehenden Kreisämter insgesamt 19 politische Bezirke geschaffen. Trotz des damaligen Bemühens der politischen Vorfahren, erhielt Knittelfeld zum damaligen Zeitpunkt keine eigene Bezirkshauptmannschaft und wurde somit dem Bezirk Judenburg zugeordnet. 38 Jahre später hat es die Stadt Knittelfeld dann schließlich geschafft eine politische Expositur der Bezirkshauptmannschaft Judenburg zu installieren, welche allerdings 1932 wieder geschlossen wurde.  Ein neuerlicher Versuch wurde im Juni 1945 gestartet. Eine provisorische Neugründung der BH Knittelfeld wurde durchgesetzt und scheiterte bereits nach nur einem einzigen Monat wieder. Abermals entstand eine Expositur der BH Judenburg. Doch die „Region-Knittelfeld“ wollte eigenständig werden und so wurde schließlich am 29. März 1946, im Rahmen eines großen Festaktes, die endgültige Gründung der Bezirkshauptmannschaft Knittelfeld gefeiert. Nach 65 Jahren ist der Bezirk Knittelfeld nun wieder Geschichte. Kosteneinsparungen stehen heute an erster Begründungsstelle zur Rechtfertigung dieser abermals vollzogenen Verschmelzung mit dem Bezirk Judenburg. Am 1.1.2012 wurde nun das „Neujahrsbaby“ – der Bezirk Murtal“  – geboren.

Wissenswertes über den Bezirk Murtal

Durch die Fusionierung der beiden Bezirke steht der neue Bezirk Murtal, flächenmäßig mit rund 1.700 Quadratkilometern nun an zweiter Stelle und wird vom Bezirk Liezen geschlagen. Wie bereits erwähnt heißt die neue Bezirkshauptstadt Judenburg, obwohl Knittelfeld mehr Einwohner hat. Die Entscheidung für Judenburg ist aus rein geographischer Sicht gefallen, denn über kurz oder lang wird auch der jetzige Bezirk Murau in den Großbezirk Murtal eingegliedert werden. Die bisherige BH Knittelfeld bleibt der Bevölkerung als Bürgerservicestelle erhalten. Reisepässe, Führerscheine, Jagdkarten u.v.m. werden weiter auch in Knittelfeld behandelt. Ebenso gibt es Amtsarzt-Tage und auch Sozialarbeiter, Förster und Schulrat bleiben vor Ort. Anträge für Bereiche, welche im „Haupthaus“ Judenburg künftig bearbeitet werden, können aber auch ohne weiteres auch in der Servicestelle Knittelfeld abgegeben werden. Die neuen, von vielen mit Neugierde erwarteten Autokennzeichen mit dem Anfangskürzel „MT“ werden voraussichtlich erst ab Juli 2012 ausgegeben.  Das neue Bezirkspolizeikommando wird nun nicht, wie lange Zeit vermutet in Judenburg, sondern in Knittelfeld angesiedelt sein. Sozusagen als Chefin über den neuen Bezirk Murtal „wacht“ Bezirkshauptfrau Ulrike Buchacher.
Laut Landesamtsdirektor Helmut Hirt soll die Fusion der beiden Bezirke kurzfristig rund 500.000 Euro, längerfristig bis zu zwei Millionen Euro an Einsparungen bringen. Mit diesem Argument rechtfertigt auch die Politik diese, wieder einmal öfter zwischen Judenburg und Knittelfeld vollzogene, und mit Sicherheit geschichtsträchtige  Verschmelzung.

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